FSV 13/23 kegelt Phönix Schifferstadt aus dem Verbandspokal
Markus Heberger, 29.07.2013
Stärkerer Wille beschert den Sieg
Zum ersten Mal seit der Saison 05/06 standen sich die beiden Ortsnachbarn DJK SV Phönix und FSV 13/23 Schifferstadt wieder in einem Pflichtspiel gegenüber. In der ersten Runde des Verbandspokals bekamen die rund 500 Zuschauer ein an Brisanz und Dramatik kaum zu überbietendes Spektakel geboten, das mit vier roten Karten, vier Toren, zwei Elfmetern und einem Elfmeterschießen nach Verlängerung, wirklich alles hatte was man sich von einem Derby wünscht – doch der Reihe nach. Der FSV 13/23 kam engagiert und vom Trainerteam Mehrl und Armbrüster sehr gut eingestellt aus der Kabine. Die Mannschaft stand tief und kompakt gestaffelt und gestattete dem zwei Klassen höher spielenden Rivalen kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Vielmehr waren es die 13er, die nach schnellem Ballgewinn und Umschaltspiel die ersten offensiven Akzente setzen konnten. So konnte man auch nach wenig gespielten Minuten Phönix Schifferstadt in der Abwehr unter Druck setzen. Nach Ballgewinn von Heberger, versuchte Stark direkt in den Strafraum einzudringen, wurde aber unfair gebremst. Bei dem daraus resultierenden Gerangel, entschied sich der sehr strikt agierende Unparteiische Elfmeter zu pfeifen und Phönixspieler Furch sowie Daniel Stark vom Platz zu stellen – wobei zumindest die rote Karte für Stark diskussionswürdig war. Trotz der hitzigen Situation lies sich Abwehrfels und Kapitän Kevin Schimming diese Chance nicht entgehen und schob überlegt zum 1:0 ein. Mitte der ersten Hälfte sah dann Phönixler Alex Hödl nach überhartem Einsteigen gegen den agilen und lauffreudigen Yannik Fleckenstein die dritte rote Karte des Spiels. Kurze Zeit später hätte Heberger auf 2:0 können, schaffte es aber nicht konzentriert abzuschließen. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Der FSV stand tief und überließ Phönix Schifferstadt mehr oder minder die Regie, wobei der Ortsnachbar ohne Zug zum Tor vorging und vor der überragenden Abwehrreihe des FSV merklich Respekt hatte. Das Kraft raubende Spiel der dezimierten Gäste wirkte sich dann auch fatal auf die Konzentration einzelner Spieler aus. In der 60. Minute nach Abwehrfehler von Lehr schaltete der unermüdliche Dani Mirgeler am schnellsten und brachte den Ball zu Heberger, der zum viel umjubelten 2:0 einnetzen konnte. Wahrscheinlich hatte der FSV das Spiel nun gedanklich schon gewonnen, anders lässt sich das viel zu zögerliche Agieren in der verbleibenden halben Stunde nicht erklären. Beste Chancen wurden von Loch, Raule, und Heberger nicht genutzt – hier wurde es versäumt den finalen Schlag anzusetzen. Dies sollte sich dann auch durch zwei Distanzschusstore in den letzten zehn Minuten von Phönixkapitän Weindel rächen. Binnen kürzester Zeit drohte sich der FSV um seinen verdienten Lohn zu bringen. Doch die Aussicht auf den Derbysieg setzte noch einmal letzte Kräfte frei. In der Verlängerung war der FSV durch Konterchancen dem Sieg zunächst näher als Phönix. Allerdings zeigte der Schiedsrichter in der 117. Minuten erneut auf den Punkt – dieses Mal für den Rivalen. Zu allem Überfluss musste in dieser Situation auch noch Kapitän Schimming mit Rot vom Platz. Doch Sellinger zeigte eine Glanzparade gegen einen nicht fit wirkenden Lautenschläger. Es sollte der finale Funke darstellen, der den Glauben an den Sieg gänzlich entfachte. In einem dramatischen Elfmeterschießen war es erneut Sellinger, der über Lautenschläger triumphierte und Heberger die Chance zum finalen Schuss ermöglichte. Dieser ließ sich nicht zwei Mal bitten – nach dem der Ball die Linie überquert hatte, brachen auf der Portheide alle Dämme und der Jubel kannte keine Grenzen.
Quelle:Schifferstadter Tagblatt